Kyo dake wa – oder:

Wie du deinen Neujahrsvorsätzen eine Chance geben kannst

„So this is X-mas, and what have you done? Another year over, and a new one just begun…“

Eines meiner, wenn nicht überhaupt mein absolutes Lieblings-Weihnachtslied. Zugegeben. Und so stelle ich mir ganz automatisch auch alle Jahre wieder die Frage: Ja, was hast du denn eigentlich getan? Hast du genug getan? Hättest du mehr tun sollen? Oder vielleicht das eine oder andere nicht tun sollen?

Und diese Überlegungen führen alle Jahre wieder unweigerlich zu der Frage: Was möchtest du denn im bereits heranbrechenden neuen Jahr anders, besser machen? Und, dem Anlass entsprechend, entspringt diesen Überlegungen auch immer mal wieder der eine oder andere Neujahrsvorsatz…

Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich in der Vergangenheit nicht recht erfolgreich war mit meinen Neujahrsvorsätzen. Zu Beginn top-motiviert, in den ersten Tagen noch stolz auf den Erfolg – aber schon bald vor Situationen gestellt, die sich als absolute Neujahrsvorsatz-Killer herausstellen sollten, und ehe ich es so recht bemerkte, waren meine Neujahrsvorsätze auch schon gebrochen…

Die Folge: ein Sammelsurium aus Frust, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, die mich meine Neujahrsvorsätze – aus reinem Selbstschutz, versteht sich – auch ganz schnell wieder vergessen ließen, bis es ein Jahr später abermals hieß: „So this is X-mas, and what have you done…“ – mit sämtlichen bereits bekannten Konsequenzen…

Irgendwann habe ich beschlossen, mir diesen Frust gleich von vornherein zu ersparen und Neujahrsvorsätze Neujahrsvorsätze sein zu lassen – aber bitte ohne mich…

Bis ich die Gokai, die sogenannten Reiki-Lebensregeln kennenlernte – in den Worten ihres Schöpfers, Reiki-Begründer Mikao Usui, eine „Anleitung zum Glücklichsein“. Und da heißt es bereits in der ersten Zeile: Kyo dake wa – Nur heute…

Und das war für mich der Schlüssel, um meinen Neujahrsvorsatz-Frust ein für alle Mal beiseite zu legen. Aus meinen Neujahrsvorsätzen wurden Nur-Heute-Vorsätze, und das jeden Tag aufs Neue.

Ich bemerkte sehr rasch, dass es mir wesentlich leichter fiel, nur heute nicht ärgerlich, nicht sorgenvoll, sondern dankbar, pflichtbewusst und liebevoll zu meinen Mitmenschen zu sein, wie die Gokai, die sogenannten Reiki-Lebensregeln, es vorschlagen. Kyo dake wa, nur heute, und nicht von jetzt an und für immer und ewig – mit sämtlichen bereits bekannten Konsequenzen von Frust, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, wenn es mir mal nicht gelang.

Zugegeben. Auch heute finde ich mich immer wieder, nur heute, aber jeden Tag aufs Neue, in Nur-Heute-Vorsatz-Killer-Situationen wieder, und ehe ich es so recht bemerke, sind meine Nur-Heute-Vorsätze auch schon gebrochen…

Doch der Unterschied zu früher ist: Es endet nicht in Frust, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, sondern in einem wohlwollenden Lächeln mir selbst gegenüber, in dem Bewusstsein, dass es da noch viel Potential zu entwickeln gibt, jeden Tag, jeden Moment aufs Neue.

Statt mich zu grämen über das, was mir gestern oder gerade eben vielleicht nicht so gut gelungen ist, freue ich mich, nur heute, nur in diesem Moment eine neue Chance zu bekommen, es besser zu machen – und das jeden Tag, jeden Moment aufs Neue.

Kyo dake wa…

2 Antworten auf „Kyo dake wa – oder:“

  1. Es geht bestimmt vielen Menschen so! Auch mir! Das „Nur heute“ ist auf jeden Fall eine gute Anleitung es 2018 versuchen besser zu machen! Danke für diese wunderbaren Zeilen!

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